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Der Schweizer Bauernverband nimmt Pläne der USA bezüglich der Zölle und der Einordnung der Schweiz mit Erstaunen zur Kenntnis. Denn insgesamt profitieren die USA stark vom Handel mit der Schweiz und haben bei Industrieprodukten einen zollfreien Marktzugang. Auch im Agrar- und Lebensmittelbereich gelten für die USA mehrheitlich keine oder sehr tiefe Zölle. Einzig bei den sensiblen Produkten der Schweizer Landwirtschaft existieren ausserhalb der WTO-Kontingente hohe Zölle. Diese sind nötig, um die Inlandproduktion angesichts der sehr grossen Kostenunterschiede bei den Anforderungen zu erhalten. Bereits heute importiert die Schweiz die Hälfte aller Lebensmittel. Die USA haben Zugang zum Schweizer Lebensmittelmarkt. Sie können sogar Hormonfleisch (im Unterschied zur EU) oder GVO-Produkte in die Schweiz exportieren. Sie müssen nur entsprechend deklariert sein. Dass dies nur selten vorkommt, ist nicht auf die Zölle zurückzuführen, sondern darauf, dass die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten diese Produkte nicht wollen.
Die Agrarexporte der Schweiz bestehen grossmehrheitlich aus Kaffee, etwas Schokolade und Käse. Beim Käse, dem wichtigsten Agrarexportprodukt der Schweizer Landwirtschaft, ist die USA nach Deutschland die zweitwichtigste Exportdestination. Allerdings gehen nur rund 1 Prozent der Schweizer Milchproduktion in Form von Käse in die USA. Bei Gemüse oder Fleisch, wo wir hohe Zölle haben, sind die Exporte in die USA unbedeutend bis inexistent.
Zudem spielen die Agrarzölle bei der Berechnung der USA sowieso keine Rolle. Die Grundlage ist allein die unausgeglichene Handelsbilanz, die durch Exportüberschüsse in allen Sektoren zustande kommt. Der Käseexport spielt dabei nur eine vernachlässigbare Rolle.
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Beat Röösli
Stv. Leiter Departement Wirtschaft, Bildung & Internationales
Leiter Geschäftsbereich Internationales
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Departement Wirtschaft, Bildung & Internationales
Geschäftsbereiche Internationales, Agrarwirtschaft